Monday, November 21, 2016

What did Pastor Niemöller actually say?

The most frequently quoted version of Pastor Martin Niemöller's "First they came for the Socialists" statement reads:

"First they came for the Socialists and I did not speak out, because I was not a Socialist,
Then they came for the trade unionists and I did not speak out, because I was not a trade unionist,
Then they came for the Jews and I did not speak out because I was not a Jew,
Then they came for me and there was no one left to speak for me"

The Communists are conveniently left out.

What he actually said is explained in this page from the Martin Niemöller Stiftung.
Was sagte Niemöller wirklich?

Wir zitieren die Version, die wir für die „klassische“ halten und die von Niemöller autorisiert wurde. Sie fiel  an Ostern 1976 während einer Diskussion im Gemeindesaal Kaiserslautern -Siegelbach bei Pfarrer Hans-Joachim Oeffler. In einem Gespräch mit Hannes Karnick und Wolfgang Richter („Niemöller – Was würde Jesus dazu sagen?“, Ffm 1986) führt Niemöller dazu aus:
„Wann ist denn dieses Ge­dicht entstanden mit dem Spruch: Als sie die Kommu­nisten abholten, schwiegen wir…?
Das war kein Gedicht, nein. Ich hatte mal in Oefflers Ge­meinde gepredigt, da war damals der Generalbischof der lutherisch-slowakischen Kirche dabei in Siegelbach bei Kaiserslautern. Da hat­ten wir hinterher eine Be­sprechung mit der Gemein­de in einem Gemeindesaal in der unmittelbaren Nähe der Kirche. Da haben die Leute n ihre Fragen ge­stellt und vom Leder gezo­gen. Und dann haben sie gefragt, ob wir denn nicht aufgewacht wären nach der Kristallnacht 1938. Und ich sage, um Gottes Willen, also fragen Sie mich nicht nach 38, ich bin 37 in die Gefangenschaft geraten und habe seitdem immer in der Einzelzelle gesessen und im übrigen, sehen Sie, als die erst mal die Kommu­nisten eingesperrt, und da­von haben wir vielleicht gleich was gehört, ich weiß es nicht mehr, aber wir haben dagegen nicht aufbe­gehrt, dass die Kommunisten eingesperrt wurden, denn wir lebten ja für die Kirche und in der Kirche und die Kommunisten waren ja kei­ne Freunde der Kirche, son­dern im Gegenteil ihre er­klärten Feinde, und deshalb haben wir damals geschwie­gen. Und dann kamen die Gewerkschaften, und die Gewerkschaften waren auch keine Freunde der Kir­che, und wir haben mit de­nen wenig Beziehungen oder gar keine mehr gehabt und haben gesagt, also lass die ihre Sachen selber aus­fechten.
Es gab keine Nieder­schrift oder Kopie von dem, was ich gesagt hatte, und es kann durchaus gewesen sein, dass ich das anders for­muliert habe. Aber die Idee war jedenfalls: Die Kommu­nisten, das haben wir noch ruhig passieren lassen; und die Gewerkschaften, das haben wir auch noch pas­sieren lassen; und die Sozialdemokraten haben wir auch noch passieren las­sen. Das war ja alles nicht unsere Angelegenheit. Die Kirche hatte ja mit Politik damals noch gar nichts zu tun, und man sollte ja damit nichts zu tun haben. Wir wollten in der Bekennenden Kirche an und für sich ja auch keinen politischen Wider­stand darstellen, sondern wir wollten für die Kirche feststellen, das ist nicht recht und das darf in der Kirche nicht Recht werden, deshalb hatten wir schon 33, als wir den Pfarrernot­bund gründeten, als 4. Punkt da drin: Wenn gegen Pfarrer Front gemacht wird und sie einfach ausgeboo­tet werden als Pastoren, weil sie Judenstämmlinge oder so was gewesen sind, dann können wir als Kirche nur sagen: Nein. Und das war dann der 4. Punkt in der Verpflichtung, und das war wohl die erste contra-anti-semitische Lautwerdung aus der Evangelischen Kir­che. Das ist nur das, was ich sagen kann zu dieser Geschichte mit dem: Als sie die Kommunisten einsperr­ten, da hat man nichts ge­sagt, wir waren keine Kom­munisten und waren durch­aus einverstanden, dass wir diese Gegner vom Halse hatten. Aber wir haben uns noch nicht verpflichtet ge­sehen, für Leute außerhalb der Kirche irgendetwas zu sagen, das war damals noch nicht Mode, und so weit waren wir noch nicht, dass wir uns für unser Volk verantwortlich wussten.“ 
Niemöller hat hier exakt geschichtlich nachgezeichnet, wie die Frontlinien des Widerstands der Reihe nach niedergelegt wurden. Die Katholiken hat er nicht genannt, weil die Katholiken ihr Konkordat hatten. Die Juden konnte er nicht nennen, weil die große Verfolgungswelle erst einsetzte, als er schon im KZ war.
Besonders in den USA existieren verschiedene Versionen; teils von Niemöller selbst abgewandelt, teils dazugedichtet . Martin Niemöllers zweite Frau (seit 1971), Sibylle von Sell  schreibt dazu am 23.4.2000 in h-holocaust http://www.h-net.org/~holoweb/ :.“ The trouble with Martin Niemoeller’s „famous quotation“ is that he never wrote it down – which enabled  so many hitchhikers  over the years to „put themselves on the waggon“. In his  „Confession of Guilt“  (as he called it himself: Schuldbekenntnis in German) the Communists came first, then the Trade Unionists and then the Socialists and then the Jews. NO ONE ELSE.”
Für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Entstehung und Rezeptionsgeschichte des Zitats lohnt sich ein Blick auf die Seite von Harold Marcuse (ja, er ist der Enkel …), Professor für deutsche Geschichte an der Universität Santa Barbara: http://www.history.ucsb.edu/faculty/marcuse/niem.htm